Eklat bei Pfarrversammlung

Auf der von vielen Gemeindemitgliedern erwarteten ersten Gemeindeversammlung seit der Entscheidung der Kirchenverwaltung über den Verkauf des Altenfurter Kapellenplatz ist es zu einem Eklat gekommen. Die Altenfurter Kirchortsratsvorsitzende hat unter Verweis auf eine nicht mehr vorhandene Vertrauensbasis mit sofortiger Wirkung all ihre Ämter in der Pfarrgemeinde niedergelegt, nach 25 aktiven Jahren im Pfarrgemeinderat. Nach der Versammlung legten weitere Pfarrgemeinderatsmitglieder unter Verweis auf die desolate Situation in der Gemeinde ihre Ämter nieder.

Nachdem Pfarrer Burkhard Lenz die Stellungnahme der Kirchortsratsvorsitzenden in seiner Schlussrede völlig ignoriert hatte und sich für das 25-jährige Engagement der Ehrenamtlichen nicht einmal bedankt hatte, verließen mehrere Gemeindemitglieder aus Protest die Kirche Heilig Geist in Fischbach, wo die Versammlung stattfand. Vor dem Gebäude machten sie ihrem Ärger Luft. Kritisiert wurde vor allem, dass der zuvor von Vertretern der Großgemeinde Moorenbrunn-Altenfurt-Fischbach angekündigte Erneuerungsprozess offensichtlich nur auf leeren Worten basiere.

Vertreter von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung hatten während der Versammlung wiederholt erklärt, einen Versöhnungskurs in der gespaltenen Gemeinde einschlagen zu wollen. Man habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und wolle künftig stärker mit den Gemeindemitgliedern kommunizieren.

Die Stellungnahme der zurückgetretenen Kirchortsratsvorsitzenden im Wortlaut findet sich hier:

Ruecktritt-KOR-Vorsitzende-Altenfurt

1 Gedanke zu „Eklat bei Pfarrversammlung“

  1. Zunächst möchte ich mich bei Waltraud Anderl von Herzen für ihr jahrzehntelanges Engagement in Altenfurt bzw. im damaligen Pfarrverband bedanken. Ihren unbeschreiblichen Tatendrang, ihre ansteckende Begeisterung, tiefe Glaubensüberzeugung und überaus wertschätzende Art konnte ich in vielen Begegnungen bei Gottesdiensten, Wallfahrten, Pfarrfesten oder als Kollegen immer wieder erfahren. Umso mehr bedauere ich ihre Entscheidung, alle Aufgaben und Ämter niederzulegen. Nichtsdestotrotz respektiere ich ihren Schritt und kann ihn durchaus nachvollziehen. Vor gut zehn Jahren habe ich mich aus dem Pfarreileben verabschiedet, da sich für mich manche Entwicklungen damals schon abgezeichnet haben. Welche Ausmaße die ganze Situation nehmen würde erschreckt mich jedoch sehr und Ich bewundere alle, die es so lange ausgehalten haben.

    Es stimmt mich sehr traurig, dass die (über die Köpfe der Menschen vor Ort) neu gegründete Pfarrgemeinde dermaßen gespalten ist. Es kann und darf nicht sein, dass eine Gemeinde von einigen wenigen haupt- und ehrenamtlichen Verantwortlichen so gegen die Wand gefahren wird. Und wenn Menschen, die hier beheimatet sind und über Jahrzehnte die tragenden Säulen des Gemeidnelebens waren, nicht mehr schlafen können oder sogar krank werden, sollte endlich gehandelt werden.

    Laut Satzung dient der Pfarrgemeinderat dem Aufbau einer lebendigen Pfarrgemeinde und der Verwirklichung des Heils- und Weltauftrags der Kirche. Seine Aufgabe ist die Förderung der apostolischen Tätigkeit in der Pfarrgemeinde. So soll er zum Beispiel das Bewusstsein für die Mitverantwortung aller Christen für die Sendung der Kirche aufgrund von Taufe, Firmung und Berufung zum gemeinsamen Priestertum fördern und die Unterstützung und Wertschätzung von Ehrenamtlichen der Pfarrgemeinde besonders in den Blick nehmen.
    Laut Kirchenrecht im Codex Iuris Canonici (CIC) ist “der Pfarrer der eigene Hirte der ihm übertragenen Pfarrei; er nimmt die Seelsorge für die ihm anvertraute Gemeinschaft (…) wahr, (…) um für diese Gemeinschaft die Dienste des Lehrens, des Heiligens und des Leitens auszuüben (…)” Von all dem kann man leider nicht sehr viel erkennen. Im Gegenteil. Seelsorge heißt für mich, für die Seelen zu sorgen und nicht, ihnen Sorgen zu bereiten. Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung und Bistumsleitung sollten hier umgehend Konsequenzen ziehen, handeln und Taten folgen lassen.

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