Pfarrgemeinderat übernimmt mehrheitlich Frauenbund-Forderung

Die Einheit des Altenfurter Kapellenplatzes soll gewahrt werden. Der Pfarrgemeinderat (PGR) der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer Moorenbrunn, Altenfurt und Fischbach hat am vergangenen Dienstag eine entsprechende Forderung des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) übernommen (Stellungnahme des Frauenbundes von Mitte Mai). Dieser verlangt, den nach dem früheren Altenfurter Pfarrer Leonhard Übler benannten Platz in seiner Gesamtheit „als kirchlichen Ort zu erhalten“. Fünf PGR-Mitglieder stimmten dafür, zwei dagegen und zwei enthielten sich..

Abgelehnt wurde ein Antrag einiger Pfarrgemeinderatsmitglieder, den der Frauenbund mit seiner Stellungnahme ausdrücklich unterstützt hatte. Dieser sah eine Aufforderung an Pfarrer Burkhard Lenz und die Kirchenverwaltung vor, die Vor- und Nachteile zu benennen, die eine von der Kirchenverwaltung gewünschte Überführung des Areals in eine gesonderte Rechtsform außerhalb der Kirchenstiftung mit sich brächte. Auf diese Lösung hatten sich verschiedene Parteien bei einem Runden Tisch im April geeinigt.

Sorge vor Abhängigkeit von neuem Eigentümer

Auf Nachfrage in der Sitzung wurde die Ablehnung mit 0 Ja- und 6 Nein-Stimmen sowie 3 Enthaltungen unter anderem damit begründet, dass es mittlerweile weitere Argumente dafür gebe, das Areal insgesamt in den Händen der Kirchenstiftung zu belassen. Viele Gottesdienste seien nur möglich, wenn weiter alle Räume zur Verfügung stünden. Als Mieter sei die Pfarrgemeinde künftig sonst vom Gutdünken eines anderen Eigentümers abhängig. Lediglich die Idee, das Areal innerhalb der Kirchenstiftung in eine eigene Gesellschaft auszugliedern, sei möglicherweise sinnvoll. 

Die Kirchenverwaltung will den Kapellenplatz inklusive des Schlösschens nach bisherigem Stand veräußern, allerdings ohne die Rundkapelle selbst. Dies wurde bisher von einer Mehrheit der PGR-Mitglieder unterstützt, vor allem die Vertreter Altenfurts wehren sich allerdings gegen diese Pläne. Insbesondere aus Moorenbrunn erfahren sie dafür große Unterstützung, aber auch einige Fischbacher haben ihr Entsetzen über die Verkaufspläne geäußert.

50.000-Euro-Kreuz auf Fischbacher Pfarrkirche

Für Diskussionen im PGR sorgte, dass die Kirchenverwaltung auf der Pfarrkirche Fischbach ein neues Kreuz für 50.000 Euro anbringen will, ohne dafür die Zustimmung des PGR einzuholen. Die Kirchenverwaltung begründet dies damit, dass nur Fischbach betroffen und deshalb lediglich eine pastorale Stellungnahme des Kirchortsrats Fischbach eingeholt worden sei. Einige Gäste bei der PGR-Sitzung äußerten daraufhin ihre Verwunderung, dass bei der Altenfurter Rundkapelle nicht genauso verfahren werde. Auch dort sei es folglich naheliegend, die Zukunft des Areals von der Zustimmung des Kirchortsrats Altenfurt abhängig zu machen, und nicht vom PGR der gesamten Großpfarrei.

Mit 6 Enthaltungen und 3 Nein-Stimmen wurde in der PGR-Sitzung darüber hinaus ein Antrag abgelehnt, die Moderation von der Vorsitzenden Dr. Nerke in neutrale Hände zu geben. Der Moderationsstil der PGR-Vorsitzenden war zuletzt als zu stark parteinehmend in der Auseinandersetzung um einen möglichen Verkauf des Kapellenplatzes kritisiert worden. Nerke steht bisher auf der Seite der Verkaufsbefürworter.

Diskussion über Stimmrechte im Pfarrgemeinderat

Strittig war in der PGR-Sitzung außerdem, ob der Vertreter der Kirchenverwaltung im Pfarrgemeinderat stimmberichtigt ist, wie es seit Langem praktiziert wird. Einige Gäste wiesen darauf hin, dass die Satzung lediglich eine beratende Funktion vorsehe. Inwieweit es gegenläufige Beschlüsse in der Vergangenheit gegeben hat, wird nun geprüft.

Weitere Diskussionen sollen mit Blick auf den Ausbau des August-Meier-Altenheims in der Regensburger Straße und des anliegenden Neubaugebiets geführt werden. Hierfür will sich der PGR um ein pastorales Konzept kümmern, da das Gebiet zur Großpfarrei St. Johannes der Täufer gehört.

Text: Johannes Anderl, Stephan Balling

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