Kommentar: Unser Qualitätsanspruch

Die gestrige Pfarrgemeinderatssitzung hatte es wieder mal in sich. Da wird gestritten und gezankt, das Bild nach außen sorgt für Entsetzen. Am Ende kamen leider auch diskreditierende Vorwürfe gegen diese Website von den führenden Personen der Pfarrgemeinde: Beleidigungen und unwahre Tatsachenbehauptungen seien hier zu finden. 

Netter Versuch. Auf den rhetorischen Trick, mit Pauschalvorwürfen Andersdenkende zu diskreditieren, fällt im 21. Jahrhundert kaum noch jemand rein. Wer solche Vorwürfe äußert, muss schon Ross und Reiter nennen. Bei der Aufforderung, das zu tun, herrschte dann aber eher Schweigen. 

Diese unredliche Art der Argumentation gehört leider bei Manchem zum gewohnten Argumentationsstil. Bereits in der vorangegangenen Sitzung im April hatte Pfarrer Lenz den Vorwurf geäußert, dass “Fehlinformationen” gestreut worden seien und verlangte, dass auf “Unterstellungen” in Wortbeiträgen verzichtet werden solle. Ich bat ihn in darauf per E-Mail am 29. April, mir konkret mitzuteilen, welche gestreuten Fehlinformationen und welche Unterstellungen er meine. Es war wohl naiv von mir, auf eine Antwort zu hoffen. 

Ich erhielt meine Ausbildung als Volontär auf der katholischen Journalistenschule, dem Institut zur Förderung Publizistischen Nachwuchses (ifp), und bei der damaligen katholischen Wochenzeitung “Rheinischer Merkur”. Von 2016 bis 2018 war ich Stipendiat der ifp-Führungsakademie, die in Verbindung mit dem 50. Geburtstag des ifp mit einer Privataudienz beim Heiligen Vater, Papst Franziskus, in Rom endete. 

Eine gute Ausbildung schützt aber leider nicht vor Fehlern. Deshalb bitte ich Sie, liebe Leserinnen und User, um Hilfe. Sollten Sie Fehler, Unwahrheiten oder gar Beleidigungen in unseren Texten oder in Leserbeiträgen finden, teilen Sie uns das bitte mit. Sie finden das Kontaktformular hier. Aber die meisten von Euch haben ja ohnehin meine Handynummer. Außerdem können Sie unter jedem Text die Kommentar-Funktion nutzen. Wir freuen uns über anregende Gedanken!

Leider muss ich eingestehen, dass ich in den vergangenen Monaten, seit dem Start von rundkapelle.news, auch einige Male echten Murks geschrieben habe. Seien Sie froh, Sie wurden damit nicht behelligt! Denn diese Seite setzt auf ein klares Qualitätsmanagement. Alle Texte unterliegen einem Vier- oder Mehraugenprinzip. Sie werden nicht nur im Team von rundkapelle.news kritisch darauf überprüft, ob sie veröffentlichungsfähig sind. Fast alle Texte werden auch mit verdienten Persönlichkeiten der Pfarrgemeinde St. Sebald Altenfurt abgesprochen. Ohne deren kritisches Urteil wage ich nicht, den “Veröffentlichen”-Button zu drücken. Deswegen haben es einige Texte oder Textabschnitte auch nicht von meiner Festplatte ins Internet geschafft – zugegeben, mitunter zu meinem persönlichen Verdruss.

“Papst-Plädoyer für kritischen und engagierten Journalismus”

https://www.dioezese-linz.at/news/2018/11/09/papst-plaedoyer-fuer-kritischen-und-engagierten-journalismus?fbclid=IwAR3zvz_5HjXxlo64vJgXvziflj0HvFHu5tn-qpMzu0E-1FUHjS3IwIM1v0U

Anfangs habe ich mich auch das ein oder andere Mal mit einer theologischen Aussage versucht. Da wurden mir ebenfalls Grenzen aufgezeigt. Texte mit theologischen oder kirchlichen Bezügen oder entsprechenden inhaltliche Vorschläge werden von katholischen Theologen im Dienst der Kirche geprüft. Dafür bei dieser Gelegenheit auch einen Herzlichen Dank aus Altenfurt ins katholische Rheinland!

Ich mag keine Fehler, schon gar keine eigenen. Ich stelle den Anspruch hoher Qualität an einen Text. Sinn dieser Website ist es, denen eine Stimme zu geben, die mit dem Kurs von Pfarrer, Kirchenverwaltung und Teilen des Pfarrgemeinderats nicht einverstanden sind, aber zu lange von den Gremien ignoriert wurden. Alle Texte entstehen im Grunde immer nach Gesprächen mit aufgebrachten Gemeindemitgliedern. Die Inhalte kommen also aus dem Kern der katholischen Pfarrgemeinde. Ich versuche das so gut es meine Wortfähigkeit zulässt zu verbalisieren. 

Aber kümmert die Führungspersonen der Pfarrei überhaupt, was so viele Gemeindemitglieder denken und fühlen? Die große Sorge lautet: Leider nicht! Am gestrigen Abend sprachen zwei langjährig engagierte Gemeindemitglieder vom Gedanken des Kirchenaustritts. Das wurde einmal ignoriert. Dann die erschütternde Antwort aus dem Führungsgremium bei der zweiten Person: “Das steht Dir frei.” 

Ich habe es gestern gesagt und ich wiederhole es hier: Das erinnert an die Aussage Erich Honeckers zu den DDR-Flüchtlingen 1989: “Man sollte ihnen keine Träne nachweinen.” Ist das die Attitüde der Führung in der Pfarrei? Hier soll nicht das schwere Leid von Opfern der DDR-Verbrechen relativiert werden. Aber solche Aussagen stehen für das Ende von Institutionen.

„Man sollte ihnen keine Träne nachweinen“: Mit diesem verstörenden Satz über die Botschaftsflüchtlinge von Prag erklärte der SED-Generalsekretär am 1. Oktober 1989 im Fernsehen seine Kapitulation.”

Oliver Michalsky, Chefredakteur Welt digital 2014

Nun wollen einige Personen im Pfarrgemeinderat den Link zu rundkapelle.news von der Website der Pfarrgemeinde nehmen. Pfarrer Lenz scheint das zu unterstützen. Statt mit hörendem Herzen in die Gemeinde hineinzufühlen ein verzweifelter Versuch gegen unliebsame Stimmen. 

Diese Website wird gelesen, seit Start im Februar haben wir viele Tausend Zugriffe, der Spitzenwert liegt bei rund 1.200 an einem Tag. Danke für das Vertrauen und den Zuspruch! Im 21. Jahrhundert lebt eine solche Seite von Ihnen, die Sie Beiträge teilen, per Whatsapp, Facebook, Instagram, SMS und E-Mail. Gegenseitiges Verlinken ist vor allem eine Freundlichkeit. Deshalb finden Sie hier selbstverständlich weiter den Link zur Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer.

Bleiben Sie uns treu! Und geigen Sie uns Ihre Meinung! Wir brauchen das.

Ihr Stephan Balling

5 Gedanken zu „Kommentar: Unser Qualitätsanspruch“

  1. Der Schlusssatz von Armin Hückl bringt es auf den Punkt. Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen.
    Herrn Dr. Balling möchte ich ausdrücklich für sein großes Engagement danken.

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  2. Ich habe als Gast an der Pfarrgemeinderatssitzung am 19. Mai 2021 teilgenommen und bin entsetzt. In meiner Jugend war ich gewähltes Mitglied im PGR von Moorenbrunn, habe im Laufe der Jahre unzähliche Sitzungen als PGR-Mitglied in anderen Gemeinden miterlebt, als Vorsitzender der Mitarbeitervertretung zwölf Jahre lang Sitzungen und Mitarbeiterversammlungen geleitet und bin auch heute noch beruflich und ehrenamtlich in unzähligen Sitzungen und Konferenzen (als Teilnehmer, Leiter und/oder Moderator) unterwegs. Eine derartige Diskussionkultur ist mir jedoch im Laufe der Jahre noch nie untergekommen – und da gab es auch Themen von ähnlicher Brisanz und Emotionalität. Wie Christinnen und Christen hier miteinander umgehen, zeugt nicht gerade von Christlichkeit. Ganz zu schweigen davon, wie deomkratische Prinzipien und die eigene Satzung ausgehebelt werden, um selbstherrlich zu entscheiden. Die Verantwortlichen sollten ihr Verhalten meines Erachtens gut reflektieren und sich überlegen, ob sie den Aufgaben gewachsen sind bzw. an ihrer Stelle nicht Fehl am Platz sind.

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  3. Eigentlich gäbe es viel zu kommentieren, aber diese Ignoranz/Arroganz? und Missachtung derer, die mit ihrem tatkräftigen ehrenamtlichen Engagement das Leben in der Pfarrei am Laufen halten, macht mich sprachlos und auch als Protestantin traurig und wütend. Um so wichtiger am bevorstehenden Pfingstfest konkret den Geist Jesu zu erbitten!

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  4. Als erstmaliger Teilnehmer an einer PGR-Sitzung schäme mich in Teilen fremd, mit welchen Umgangstönen und Manieren hier agiert wird. Parteiübergreifend.

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  5. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Arroganz und Ignoranz die Kirchenführung hier vorgeht, die könnten glatt in jeden Firmekonzern arbeiten die ihre eigenen Mitarbeiter nicht kennen und Standorte schließen wie ihnen beliebt und ihre Mitarbeiter merkenlassen das sie nix Wert sind.
    Aber als Kirchenführung ist das beschämend und ein Schlag ins Gesicht eines jeden Kirchenmitgliedes.
    Beschämend auf ganzer Linie

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